Technische Universität Wien
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Valeria Bedia de Schoder (ab 27.4.2004, Wiederwahl 25.10. 2005 ; 7.9.2007 Rücktritt von Valeria Bedia de Schoder als Frauenreferentin)

 Am 15. Oktober 2004 fährt das Frauenreferat an die an der Universität Karlsruhe (TH) zum Symposium:

100 Jahre Frauen an Deutschen Technischen Hochschulen

Technik: ohne Frauen keine Zukunft!

Was?
Seit hundert Jahren studieren Frauen an Technischen Hochschulen in Deutschland. Die erste Technische Hochschule, an der dies möglich war, ist die Universität Karlsruhe (TH). Aus diesem Grund fand dort am 15.10.2004 ein Symposium zu diesem Thema unter dem Motto Technik: Ohne Frauen keine Zukunft“ statt.
Bereiche?

Es wurden die bisherige Entwicklung der Position und Repräsentation von Frauen in der Technik und Naturwissenschaft dargestellt, sowie Perspektiven für die Zukunft aufgezeigt.
Ergebnis?
Neue Lösungsansätze für alte Probleme werden Ende des Jahres 2004 in den Proceedings veröffentlicht werden.
Wer?
Am Symposium teilgenommen haben Führungskräfte (Hochschule, Industrie & Wirtschaft), Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ingenieurinnen und Ingenieure, Studierende, Schülerinnen und Schüler. Alle interessierten Personen können sich aber auch nachträglich über das Symposium und Frauen in Technik informieren.

Warum?

Das Frauenreferat der HTU hat sich anlässlich dieses Symposiums über die Situation an deutschen Hochschulen informiert, da es in Zukunft aufgrund der Entscheidung der universitären Führungsebene auch an der TU Wien einen Frauenförderplan geben wird.

Programm:

9:00        Begrüßung - 100 Jahre Frauen an Deutschen Technischen Hochschulen

9:40        Frauen in Technik ... 100 Jahre auf dem Weg für die gleichen Chancen (Hauptvortrag)

10:00      Pause

Schwerpunkt: Frauen in Technik und Naturwissenschaft:
Welche Bedingungen ermöglichen eine Karriere?

10:15     Frauen in Führungspositionen heute – Facts and Figures

10:25     Ingenieurinnen in Ost-Europa: Was ist anders im Osten?

10:45     Attraktive Curricula und Mehrstufiges Technikstudium

11:05     Fragen und Diskussion

11:15     Weiterbildung und ihre Bedeutung bei der Karriereplanung

11:30     Moderne Nomaden: Dual Career Couples

11:45     Mentoring und Vernetzung

12:00     Work-Life-Balance

12:20     Fragen und Diskussion

12:30     MITTAGSPAUSE

Schwerpunkt: Wie in die Technik? Warum in die Technik?
Wege zur Ingenieurin und Naturwissenschaftlerin

14:00      Begrüßung: Karlsruhe Wissenschaftsstadt ... der Frauen

14:05      Karlsruher Exzellenz

14:40      Fragen und Diskussion

15:00      Ingenieurinnennachwuchs: Technik in der Schule: Wo bleiben die

               praktischen Erfahrungen?

15:20      Koedukation - Schule der Gleichberechtigung?

15:35      Frauen in Naturwissenschaft und Technik: Förderungskatalog für eine

               bessere Schule

15:50      Fragen und Diskussion

16:15      Pause

16:30      Berufswahlverhalten junger Frauen

16:45      Wie wird man Ingenieurin? Wie wird man Wissenschaftlerin? Der Weg von

               der Berufswahl bis zum Beruf (Podiumsdiskussion)

17:30      Fragen und Diskussion

18:00      Verabschiedung

Details:

Die Themenzusammenstellung durch die Frauenbeauftragte Dr.in Carmen Boxler war ausgesprochen vielfältig und hat den Stand des Wissen über Frauen in technischen Domänen überblicksartig zusammengefasst. Bei Interesse kann die 21 Seiten umfassende Mitschrift von Herta Richter (SB Frauenreferat) angefordert werden.

- Frauenreferat HTU (Valeria Bedia, Herta Richter)

Ankündigung und Verbreitung der Gender LVAs an der TU Wien

Das HTU-Frauenreferat bewarb auch im WS 2003/04 die an der TU angebotenen Lehrveranstaltungen zum Themenbereich Gender.

Das Plakat zur Präsentation der einzelnen Lehrvernastaltungen ist hier:

Da die Gender-Lehre nicht so selbverständlich war, bzw. oft über externe Finanzierungen und Frauensondertöpfe lief, forderte das HTU Frauenreferat die Studierenden auf - bei der Zweckbindung wofür der Studienbeitrag zu verwenden sei - den Punkt 5 "Lehre" anzukreuzen, damit für diesen Bereich auch in Zukunft genügend Ressourcen da sind.

Tag gegen Gewalt an Frauen: 25.November 2004

Das HTU Frauenreferat arbeitet mit einer Plakataktion und einem Transparent aktiv gegen Gewalt an Frauen.

Frauenfilmtag 2005

Der Frauenfilmtag 2005 fand am 11.3.2005 drei Tage nach dem internationalen Frauentag statt. Das Filmreferat zeigte im AudiMax wieder zwei speziell für diesen Tag ausgewählte Filme nämlich: Echte Frauen zeigen Kurven und Lovely Rita.

Im HTU Info vom April 2005 erscheinen einige Neuigkeiten.

Das HTU Frauenreferat bietet im Studienjahr 2004/05 folgende Kurse an:

  • 17. Dezember 2004: Motor zerlegen und zusammenbauen in Kooperation mit dem Institut für Verbrennungskraftmaschinen und FS MB, Fraue(en) als Vortragende!

Nach dem praktischen Teil folgte eine Führung ins Opel Werk.

Die Einladung erfolgte über Plakate.

Neues aus dem Frauenreferat berichtet das HTU Info 04/05 auf Seite 7.

  • Admina Kurse für EDV
  • Die Plattform für Frauen an der TU im Berufsleben wird ausgebaut und die Entwicklung eines Dialogs über die Rolle der Technikerinnen in der Gesellschaft (HTU Info) wird weiterbetrieben.

Am 12. Mai 2005 findet eine Podiumsdiskussionen mit vier Technikerinnen statt:

Plakat 12. Mai 2005 Podiumsdiskussion

Einen Bericht über die Podiumsdiskussion schrieben die Frauen dann im nächsten HTU Info.

Im HTU Info 05/05 auf Seite 12 stelt sich das Frauenreferat den Studierenden vor.

Weiters organisiert das Frauenreferat einen Frauenfilmtag zum Welt-Frauen-Tag, setzt sich ein für eine Verbesserung der Umfeldbedingungen für Frauen an der TU Wien (z.B. Wickeltisch Montage, einer im Männerklo, einer im Frauenklo).

Brief an Rektorat wegen Gender Vorlesungen (es wurde nur 1 genehmigt)

Bibliotheksinventur und elektronisches Verzeichnis der Bücher

Reisegruppe zum 31. Kongress von Frauen in Naturwissenschaft und Technik

ÖH-Frauenreferate auf reflex.at

FIT Kooperation

5. Lise Meitner Literaturpreis

Preisverleihung 16. Juni 2005

5. Lise Meitner Literaturpreis: Johanna Dohnal mit der Preisträgerin Lisa Mandelartz
Johanna Dohnal mit den Frauenreferatsfrauen: Herta Richter und Valeria Bedia
Die Jurorin Doris Nußbaumer, Johanna Dohnal, Roswitha Hofmann und Lisa Mandelartz

Valeria Bedia de Schoder eröffnete die Verleihung des 5. Lise Meitner Literaturpreses folgendermassen: 

"Formell garantiert das Gesetz schon lange eine theoretische Gleichberechtigung. Jedoch stehen Frauen, die in der Technik und im wissenschaftlichen Betrieb erfolgreich sein wollen, noch immer vor Problemen. Diese Probleme werden durch vorurteilsbehaftete Entscheidungsträgerinnen und –träger, die unreflektierte Fortführung bestehender Strukturen, aber auch durch unflexible dogmatische Arbeitszeitmodelle und viele andere Gründe verursacht.

Im Bekanntenkreis:

Maschinenbau? Wie bist du denn auf diese Idee gekommen?

Du studierst technische Physik? Dabei schaust du doch gar nicht so schlecht aus!

Im Hörsaal:

Stellen sie sich einfach einmal vor, alle Frauen hier sind auf der Suche nach einem Mann, so ähnlich funktionieren ungesättigte C-O-Bindungen

Im Prüfungszimmer:

Wozu studieren Sie eigentlich Maschinenbau?

Diese Beispiele alltäglicher Diskriminierung sind offensichtlich. Strukturelle Diskriminierung hingegen versteckt sich in den etablierten Strukturen, in unbewussten Handlungsweisen, in sozialen Zwangssituationen.

Unsere diesjährige Laureatin des Lise Meitner Literaturpreises beschreibt in ihrem Text Situationen, wie sie Studentinnen technischer Fächer und Technikerinnen im Öffentlichen und im Privaten, im Beruf und auf der Universität regelmäßig/täglich erleben.

Der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg von der theoretischen zur faktischen Gleichberechtigung von Frauen in der Technik ist das Sichtbarmachen und Verankern der Frauen in einer „vermeintlichen Männerdomäne“.

Dafür ist die Literatur eine Möglichkeit. Sie hilft, individuelle Erfahrungen zu reflektieren und zu verarbeiten. Indem letztere bewusst in die Öffentlichkeit getragen werden, werden sie gleichzeitig Ausdruck einer Kritik an der Gesellschaft.

Aus diesem Grund beteilitigte sich das Frauenreferat der Hochschülerinnen und Hochschülerschaft an der TU Wien vor 10 Jahren an der Initiierung des Lise Meitner Literaturpreises.

Wir freuen uns sehr, heute diesen Preis für ein kritisches und literarisches Werk zum fünften Mal vergeben zu können."

Nach der HTU Frauenreferentin sprach die ehemalige Bundesministerin für Frauenangelegenheiten Johanna Dohnal. Auch ihre Rede wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Heimat bist du größer Söhne heißt es in unserer Bundeshymne, die im Jubiläumsjahr 2005 vermutlich häufiger als sonst gesungen wird.

Es ist bemerkenswert, dass die Töchter noch immer mitgemeint sind, oder auch nicht.

So wie z.B. im öffentlichen Dienst bis zum Jahr 1988 alle Frauen mitgemeint waren, wenn sie männliche Amtstitel zu führen hatten.

Ich wurde zum Beispiel im Jahr 1979 als Staatssekretär für allgemeine Frauenfragen angelobt. Das offizielle Briefpapier, das Türschild meines Büros wies mich als Mann aus. Es war mir per Verfassung verboten, mich als Frau zu definieren. Dies galt übrigens für zehntausende Frauen im öffentlichen Dienst.

1988 schuf eine Änderung des Bundesverfassungsgesetzes und des Beamtendienstrechtsgesetzes die Grundlage für die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen, womit die ausschließlich männliche Form bei Amtsbezeichnungen und Amtstitel abgeschafft wurde.

Ich besitze heute noch das Namensschild von der Regierungsbank im Parlament auf das ich mit Filzstift dem Staatssekretär ein „in“ hinzufügte.

Ich kann es gar nicht zählen, wie oft ich gefragt wurde „ob wir denn keine anderen Sorgen haben?“.

Alleine diese Frage zeigt schon die patriarchale Arroganz mit der Frauen marginalisiert werden.

Sie drückt deutlich aus, dass ein weiblicher Standpunkt, ein weiblicher Blickwinkel, ein auch die Erfahrungen der Frauen einschließendes Erklärungs- und Deutungsmuster bis in die jüngste Zeit nicht selbstverständlich war – und ich würde auch sagen – nicht selbstverständliches Allgemeingut ist!

Ich verweise nur auf die unsäglichen Diskussionen über die angebliche Kompliziertheit geschlechtsneutraler Formulierungen. Wobei das Problem ganz einfach zu lösen wäre:

Wir verwenden zur allgemeinen Vereinfachung und Umgewöhnung allgemein nur die weibliche Form, die Männer meinen wir großzügig mit, wenn wir die „Heimat der großen Töchter“ besingen.

Nun meine ich das ja nicht wirklich ernst, denn frau muss ja nicht Unrecht und Dummheit durch selbiges ersetzen. Oder etwas theoretischer formuliert: Die Hegemonie des patriarchalen Denkens wird nicht mit patriarchalen Paradigmen zu zerbrechen sein.

Sie verleihen heute den Lise Meitner Literaturpreis und haben mir die Ehre erteilt, die Festrede zu halten. Dafür Danke ich Ihnen und verspreche gleichzeitig, keine Festrede zu halten.

Ich war fürs erste etwas irritiert, als ich den Titel „Lise Meitner Literaturpreis“ las. Ich bekam vor einigen Jahren eine Biografie über Lise Meitner als Weihnachtsgeschenk – ich bin eine fast fanatische Biografieleserin. Und ich muss gestehen, es ist die einzige Biografie die ich nicht auf einen Zug gelesen habe. Die Faszination von Physik, Chemie und Mathematik ist mir aufgrund meiner sozialen Herkunft und der damit nicht möglichen (aus finanziellen Gründen) höheren Schulbildung verborgen geblieben.

Zum Unterschied von Lise Meitner, die in einer liberal-bürgerlichen, wohlhabenden und gut gebildeten Umgebung aufwuchs, in der auf die Ausbildung der Töchter großer Wert gelegt wurde – und das schon zu einer Zeit  in der jegliche ernsthafte geistige Arbeit noch zu den sorgsam gehüteten Revieren männlicher Angelegenheiten zählte, musste mich meine Großmutter, bei der ich aufwuchs, mit Schneiderarbeiten über die Runden bringen. Und wenn es halt nicht mehr gereicht hat, dann war der Gang zum Dorotheum obligat. Und wenn es darum ging, dass sie mir, auch wenn antiquarisch, weil billiger, ein Buch kaufen konnte.

Aber zurück zur Irritation Lise Meitner und Literaturpreis.

Erst als ich den Text „Die Wartung des Kessels darf nur zuverlässigen, gut ausgebildeten männlichen Personen über 18 Jahren übertragen werden“ von Frau Magistra Mandelartz las, der heute von der Jury noch gewürdigt wird, fiel bei mir der sprichwörtliche „Groschen“.

Ich finde die Idee und den Hintergrund dieses Preises, das Verhältnis von Frauen und Technik durch literarische Texte sinnlich erfahrbar zu machen nicht nur großartig sondern auch als  einen eminent wichtigen Beitrag zur Herstellung von Normalität.

Einer Normalität, in der Frauen den Gesetzen der Natur und des Denkens ganz selbstverständlich durch Logik und Verstand auf die Spur kommen.

Einer Normalität, die sie herauslöst aus der Darstellung, historisch, vereinzelte Phänomene zu sein. So wie etwa Hildegard von Bingen, die deutsche Universalgelehrte zur „Heiligen Hildegardis“ wurde oder eben wie Lise Meitner, als Mitarbeiterin Otto Hahns, der den Nobelpreis für Erkenntnisse erhielt, die Lise Meitner durch ihre wissenschaftliche Arbeit entscheidend beeinflusste.

Jetzt wissen wir alle, dass bei Lise Meitner zu den Prädikaten, Frau und Naturwissenschaft auch noch das der Jüdin dazukam, mit allen Implikationen – oder besser gesagt – schrecklichen Auswirkungen in der Zeit vor und während des Nationalsozialismus.

Es geht aber auch um eine Normalität, die klar macht, dass das Schild über den Bedienungshinweis vom 18jährigen männlichen Kesselwärter, wenn schon überhaupt wohin, dann ins Museum gehört.

Wobei, und das finde ich ist ja das treffende an dem Text, der heute im Mittelpunkt steht ist: Diese Geschichte zeigt ganz einfach das Problem auf; ein museales Objekt, also der männliche mindestens 18 jährige Kesselwärter, der alleine die Anlage bedienen darf, wird durch eine real existierende Frau, die nunmehr die Arbeit macht konterkariert. Und gleichzeitig muss sie sich permanent vom Publikum befragen lassen, „ja darf sie denn das oder warum macht sie denn das – als Frau“.

Frauen wurden in der Geschichte lächerlich gemacht, gedemütigt, marginalisiert und verschwiegen.

Nun passiert auf der Ebene der Literatur etwas was ich als Politikerin mit großem Vergnügen registriere: die vereinigte Bruderschaft wird ganz einfach als das vorgeführt was ihr zusteht: als museales Fossil.

Und das auf der Technischen Universität, wo sich Frauen die Freiheit geben nicht nur eine Verbindung zwischen Technik und Literatur herzustellen.

Nein, sie tun viel mehr: sie zeigen damit im Sinne der von mir vorher genannten Normalität auf, dass wenn auch in den wichtigsten kulturellen Institutionen männliche Dominanz noch immer vorhanden  ist, Frauen das Monopol zerstören, das die Männer so lange in der Theoriebildung und bei der Festlegung von Definitionen innehatten.

Mit welchen unglaublichen Widerständen und Schwierigkeiten Frauen auf den Weg zur Normalität konfrontiert waren, sollen Ihnen folgende Beispiele zeigen:.

In Vorarlberg gab es bis 1995 (!) eine zwei Jahre dauernde Schule ganz besonderer Art. Sie hatte die Aufgabe, ausschließlich Mädchen in die hauswirtschaftlichen Tätigkeit einzuführen und die erworbene Allgemeinbildung zu festigen.

Das Schulpflichtgesetz regelte die Verpflichtung jener Mädchen zum Besuch dieser Schulart, die keine mittlere oder höhere Schule besuchten und auch keine Berufslehre die zum Besuch einer Berufsschule verpflichtete.

Es handelte sich um junge Frauen, Mädchen, die nach der Pflichtschule, ohne weitere Ausbildung arbeiten gehen mussten.

Die hauswirtschaftliche Schulpflicht dauerte zwei Schuljahre, längstens jedoch bis zur Erreichung des 18. Lebensjahres oder der früheren Verehelichung. Die Geburt eines (unehelichen) Kindes war jedenfalls kein Grund zur Befreiung von der Schulpflicht !  (Großmutter)

Von den 720 Unterrichtsstunden entfielen ganze 416 Stunden auf Mädchenhandarbeit und Hauswirtschaft, 72 auf Religion – gegenüber je 36 für Deutsch und Rechnen. Die restlichen Stunden verteilten sich auf Fächer wie Lebenskunde, Gesundheitslehre und Kinderpflege.

Das Schulorganisationsgesetz 1962 in das diese Schule schon nicht mehr hineingepasst hätte wurde mit einer Übergangsbestimmung umschifft.

Wegen des grundsätzlichen Vorwurfs der Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes wurden von Betroffenen Klage beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Der VGH hat 1974 in einem Erkenntnis festgestellt, dass  die Regelung der Schulpflicht nur für Mädchen  im Hinblick auf den Gleichheitsgrundsatz NICHT als verfassungswidrig anzusehen sei.

Erst im Oktober 1994 kam der VGH zur gegenteiligen Entscheidung und hob die hauswirtschaftliche Berufsschulpflicht mit 31. August 1995 als verfassungswidrig auf.

Der gegenwärtige Gendertrend will uns glauben lassen, dass wir in der Ära des Postfeminismus leben, wobei wohlweislich verschwiegen wird, dass das Postpatriarchat noch lange nicht angebrochen ist.

Ich denke wir sollten uns vergegenwärtigen um welch kurze Zeiträume es sich handelt, seit Frauen das Recht zu Denken, zu Forschen, zu Definieren ungestraft und selbstverständlich in Anspruch nehmen können.

Wenn Sie sich vorstellen, dass mir noch 1980 eine Rechtsauskunft zum Landesfeuerwehrgesetz in Tirol erteilt wurde, warum es keine weiblichen Mitglieder bei der Feuerwehr geben kann: Weil im Gesetz der Begriff Feuerwehrmann verwendet wird ist davon abzuleiten, dass die Feuerwehren aus männlichen Mitgliedern bestehen.

Ich habe die vorher zitierte Rechtsauskunft, über die Teilnahme von Frauen bei der Feuerwehr, vom damaligen Leiter des Verfassungsdienstes im Bundeskanzleramt, Ludwig Adamovich überprüfen lassen. Dieser kam damals zur Ansicht dass diese Ansichten zwar nicht in jeder Hinsicht überzeugend seien, aber trotzdem die Argumente überwiegen würden, die dafür sprechen, dass nach den Vorstellungen des Landesgesetzgebers nur an männliche Mitglieder von Feuerwehren gedacht ist.

Wie sagte schon August Bebel: „Dieses sind die Philister männlichen und weiblichen Geschlechts, die sich aus dem engen Kreise ihrer Vorurteile nicht herausfinden können. Es ist das Geschlecht der Käuzchen, das überall ist, wo Dämmerung herrscht, und erschreckt aufschreit, sobald ein Lichtstrahl in das ihm behagliche Dunkel fällt.“

Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit und gratuliere der Preisträgerin!

Der Text von der Preisträgerin Lisa Mandelartz ist im Buch "Female Science Faction. Reloaded" 2009 im Promedia Verlag erschienen, nachzulesen.

aus dem Bericht des Frauenreferats: 2005/06

Werbung für die Gender LVAs

Kurse von Frauen für Frauen, wie z.B.:

  • Computerkurs 
  • Motorkurs
  • Verteidigungskurs
  • Bricolage Sexual
  • Mentaltraining
Plakat Bricolage Sexual

In der September Ausgabe (HTU Info 09/05 S.3) erfolgte die erneute Vorstellung des Frauenreferates an die Studiernden.

Im Oktober war die gläserne Decke für Frauen im technischen Umfeld Ziel eines HTU Info Artikels (HTU Info 08/05 S. 6) des Frauenreferates.

Internationaler Frauentag 2006

Brot und Rosen für die Frauen war das Motto des HTU Frauenreferates anläßlich des internationalen Frauentags. Dass die Rosen dann Tulpen waren, lag an dem Blumengeschäft und daran, dass die einzigen fair gehandelten Blumen die sie verkaufen konnten, Tulpen waren.

Aus dem Flyer: Anlässlich des diesjährigen Internationalen Frauentages (8.März)

wollen wir symbolisch mit „Brot und Rosen“ auf wichtige Forderungen der Frauenbewegung aufmerksam machen. Wir knüpfen dabei sowohl an Forderungen aus der Ersten Frauenbewegung rund um 1900 an, als auch an Forderungen, für welche heute noch weltweit Frauen auf die Strasse gehen. Dabei setzen sich die Frauen immer wieder der Gefahr aus, wegen ihres Einsatzes für die elementarsten Grundrechte verhaftet zu werden, bzw. sogar zu sterben – wie vor kurzem in Simbabwe (aber nicht nur dort) geschehen.

Wir wollen Brot und Rosen!

Brot steht für:

  •   Recht auf Arbeit
  •   Gerechte Entlohnung
  •   Gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen
  •   Menschgerechte Arbeitsbedingungen
  •   Berufliche Entfaltung und Fortentwicklung
  •   Eigenständige soziale Sicherung für die Frau

Rosen stehen für:

  •   Die Möglichkeit mit Kindern zu leben und berufstätig zu sein
  •   Familiengerechte Arbeitszeiten
  •   Die Befriedigung kultureller Bedürfnisse
  •   Eine menschenwürdige Wohn- und Lebensumwelt
  •   Die gleichberechtigte Teilhabe von Männern an Hausarbeit und Kindererziehung
  •   Humane Politikformen
  •   Toleranz
  •   Frieden

Das Gedicht „Brot und Rosen“ geht auf ein Transparent der Arbeiterinnen zurück, auf dem stand „We want bred and roses, too“, ein Slogan der sich bis in die amerikanische Frauenbewegung auswirkte.

Frauenfilmtag

Und natürlich gab es auch dieses Jahr wieder einen Frauenfilmtag! Am 14. März wurde Frida Kahlo und die Perlenstickerin gezeigt.

Im Oktober war die gläserne Decke für Frauen im technischen Umfeld Ziel eines HTU Info Artikels (HTU Info 08/05 S. 6) des Frauenreferates.

 

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Das HTU Frauen- und BiPol Referat organisierten eine Kampane: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen:

25. November Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Ziel der Aktion:
Gerade in jüngster Zeit wird in der öffentlichen Wahrnehmung die Gewalt an Frauen immer weiter „weg“ von unserer konkreten Lebenswelt gerückt: Gewalt an Frauen gibt es demnach vielleicht in der islamischen Welt, bei „den Moslems“, in Afrika, irgendwo, aber nicht bei uns.
Berichte wie der jüngste amnesty international-Bericht zeigen, dass dem nicht so ist: 20 % aller Frauen
machen im Laufe ihres Lebens Gewalterfahrungen im familiären Umfeld.
Hier können und müssen wir ansetzen:

  • Bewusstmachen, dass Gewalt an Frauen nicht irgendwo passiert, sondern in Österreich (und zwar in allen sozialen, religiösen, ethnischen Schichten)
  • Ansprechen, dass Zivilcourage gefragt ist, auch wenn das unter Umständen unangenehm ist und Scherereien macht.

Konkrete Durchführung der Aktion
Ort: In der Nähe der Plakatständer
Die männlichen Mitarbeiter bitte selber eine weiße Schleife anstecken!
Beim Kontakt betonen: wir sind von der Fachschaft bzw. der HochschülerInnenschaft (damit niemand
glaubt, wir wollen was „verkaufen“).
Als Einstieg bietet sich z.B. an: Heute ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, und wir wollen aufmerksam machen, dass das immer noch viel zu oft vorkommt.
Infomaterial überreichen:

Bei Männern: Erklären, was die Weiße Schleife bedeutet: Öffentlich zeigen, dass man(n) Gewalt an
Frauen ablehnt und bereit ist, aktiv dagegen aufzutreten, auch wenn das unangenehm ist. Fragen, ob er das auch unterstützen will und heute – am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen – diese Zeichen tragen will. Wenn ja: Anstecken (das sollte jedenfalls der männliche Mitarbeiter machen) und die White-Ribbon- Broschüre dazugeben.
Bemerkung: es ist wichtig, dass die Leute wissen, was sie da tragen, und dass das kein Modeaccessoir ist.
Valeria (Frauenreferat), Gregor (BiPol)

Auch im HTU Info 11/05 wurde die Aktion beschrieben. Der Text ist auf Seite 5 erschienen, mit der Ankündigung der Gender LVAs der TU Wien.

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Für das Recht auf Selbstbestimmung

Am 1. Dezember veranstalten die Wiener Frauenreferate mit dem HTU Cine Studio die Filmvorführung "Vera Drake".