Technische Universität Wien
> Zum Inhalt

Ihr Name und Ihr Titel

Architektin Dipl.Ing. Vera Korab

 
Geburtsjahr und Geburtsort

1961, Wien

Ihr Studium und eventuell Ihre spezielle Studienrichtung

Studium der Architektur

Was waren wichtige Ereignisse, Personen oder Gegebenheiten, die Ihren beruflichen Weg begleitet haben und Sie dazu geführt haben, was Sie heute machen?

Während meines Studiums habe ich bei einem Ziviltechniker gearbeitet, der mich sehr selbständig arbeiten ließ. Als ich nach meinem Studium bereits mit einem eigenen Büro tätig war, ging er leider in Konkurs, jedoch „erbte“ ich einige öffentliche Aufträge von ihm und insbesondere die dadurch entstandenen Referenzen ermöglichten mir das Erlangen eigener Aufträge in diesem Bereich, was den Grundstein zu meinem Büro in der heutigen Größe legte.

Was motiviert und fasziniert Sie an Ihrem Beruf?

Ich liebe die gestalterische Komponente meines Berufes – meine Umwelt in kleinen Bereichen real beeinflussen zu können – und genieße auch sehr die selbständige Tätigkeit als Freiberuflerin.

Glauben Sie, dass Ihr bisheriger Berufsweg beeinflusst wurde davon, dass Sie eine Frau sind? Was ist Ihnen aufgefallen?

Prinzipiell denke ich, dass mein Berufsweg als Mann unter sonst identen Voraussetzungen nicht sehr anders gewesen wäre. Ich hatte einige männliche Mentoren, die mich sehr unterstützt haben.
Ich hatte auch mit etlichen Hindernissen zu kämpfen, die einem Mann nicht widerfahren wären. Am Ende des Tages kommt es aber meiner Meinung nach vor allem auf die persönlichen Eigenschaften (wie Kreativität, Risikobereitschaft, kognitive und soziale Fähigkeiten usw.) an, ob eine Berufslaufbahn erfolgreich verläuft oder nicht. 

Wie sehen Sie die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben in Ihrer Situation? Was unterstützt die Vereinbarkeit?

Ich war immer selbständig tätig, hatte in der Zeit, in der mein Kind klein war, mein Büro sogar im selben Gebäude wie meine Wohnung – dies hat mir die Tätigkeit als Architektin mit der Mutterrolle sehr vereinfacht.

Haben Sie eine Empfehlung aufgrund Ihrer beruflichen Erfahrungen, die Sie weitergeben möchten?

Als Frau in technischen Berufen sich nicht durch allfällige Vorurteile (die oft sogar im eigenen Kopf sitzen) verunsichern lassen und konsequent seinen eigenen Weg gehen.

Interviewdatum: 9. Februar 2015