Technische Universität Wien
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Verena Seidl-Seiboth

Bei Ihrer Arbeit als Forscherin:

Was motiviert und fasziniert Sie?

Für mich ist die Faszination an den Naturwissenschaften das Beobachten, Verstehen und Erforschen von Details und Mechanismen von Dingen die uns im alltäglichen Leben begegnen. Warum ist etwas so wie es ist? Was passiert mit den Atomen und Molekülen wenn ich etwas an einer Substanz verändere? Und wie kann ich das gezielt einsetzen um Dinge zu verändern die im Alltag Verwendung finden? Als Biochemikerin bin ich dabei besonders an den Veränderungen in biologischen Systemen interessiert.


Was ist angewandte Biochemie? Ein Beispiel: Was passiert mit den Kohlehydraten und Fetten die in meiner Nahrung sind, wenn mich bewege, z.B. wenn ich Sport mache? Wenn man diese Mechanismen biochemisch versteht kann man die Erkenntnisse umsetzen und als nächstes fragen: Welche Nahrung muss ich zu mir nehmen damit ich beim Sport mehr Energie habe und daher schneller oder länger laufen kann. Das wäre dann angewandte Biochemie um mit diesem Wissen z.B. Energieriegel für Sportler herzustellen.

Was für Erfahrungen haben Sie für sich persönlich gesammelt?

Als Wissenschafterin zu arbeiten bedeutet sehr viel mehr als nur im Labor zu stehen und seine Experimente zu machen. Neben der Forschungsarbeit im Labor ist schon während der Dissertation die Kommunikation mit KollegInnen im In-und Ausland ein zentraler Aspekt um in der Forschung erfolgreich zu sein. Daher sind nicht nur gutes Fachwissen für diesen Beruf wichtig, sondern auch Kenntnisse über Präsentationstechniken, Projektmanagement und Kommunikationsstrategien. Dies macht die Tätigkeit als Forscherin zu einem sehr vielseitigen und spannenden Beruf, der jedoch auch sehr viel Engagement und Flexibilität erfordert. Leider sind die Karrieremöglichkeiten von jungen WissenschafterInnen in Österreich aufgrund der budgetären Situation der Universitäten im Moment sehr begrenzt.


Interviewdatum: 07. Februar 2012

Verena Seidl-Seiboth ist seit 2014 Privatdozentin an der TU Wien.


Medienbericht/Pressetext
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https://www.tuwien.ac.at/aktuelles/news_detail/article/6627/

https://www.tuwien.ac.at/aktuelles/news_detail/article/9292/