Technische Universität Wien
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Fotoquelle: privat

Prof.in Dr.in Ina Wagner

Warum haben Sie beim Mentoringprogramm mitgemacht, was war Ihre Motivation?
Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben Sie persönlich mitgenommen?

Das Mentorinnen Programm hat mir von Anbeginn an gefallen, denn ich bin von der Wichtigkeit, junge Frauen bei ihren Berufsentscheidungen zu begleiten und zu unterstützen überzeugt. Nachdem ich selbst einen schwierigen Weg gegangen bin, mich in einem teils unfreundlichen Umfeld zu behaupten lernen musste, hatte ich das Gefühl, auch für andere Frauen relevante Erfahrungen gesammelt zu haben. Diese wollte ich weitergeben. Hinzu kommen meine Erfahrungen mit der Verbindung von Beruf und Familienleben mit zwei Kindern. Ich hatte das Gefühl, viel Positives vermitteln zu können und habe deshalb auch zweimal eine Gruppe übernommen.
Es war ein großes Vergnügen mit den jungen Frauen über einen längeren Zeitraum hinweg zusammenzuarbeiten. Die Intensität ergab sich vielleicht auch aus der Situation, dass die Treffen in meiner Wohnung stattfanden und wir entspannt und ohne Zeitdruck miteinander reden konnten. Mit wachsendem Vertrauen mischte sich bald Berufliches mit Privatem. Die großen Themen waren: ein schwieriger Doktorvater, Probleme des Schreibens und Organisierens der Doktorarbeit, mangelnde Unterstützung am Institut, das Fehlen von Karrieremöglichkeiten an der TU, das Bewältigen zahlreicher Probleme des Alltags und immer wieder Einbrüche des Selbstvertrauens. In beiden Gruppen bildete sich bald ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Ich denke, dass das Einander-Zuhören und die gegenseitige Ermutigung entscheidend dazu beigetragen haben, dass es allen jungen Frauen gelang, Perspektiven zu entwickeln und einige der anfangs riesig erscheinenden Hürden zu überspringen. Für mich war es schön zu sehen, wie Freundschaften entstanden, über die Dauer des Programms hinaus, und die „Mentees“ selbst in die Mentorinnenrolle schlüpften um ihren Kolleginnen zur Seite zu stehen.