Technische Universität Wien
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Silke Bühler-Paschen

Ihr Name und Ihr Titel

Univ. Prof. Dr. Silke Bühler-Paschen

Ihr Studium und eventuell Ihre spezielle Studienrichtung

Physik and der Technischen Universität Graz, mit externer Diplomarbeit am Paul-Scherrer-Institut in der Schweiz

Was ist Ihr Forschungsschwerpunkt und wie sind Sie zu ihm gekommen?

Ich arbeite in der experimentellen Festkörperphysik. Meine Forschungsschwerpunkte sind elektronisch hochkorrelierte Elektronensysteme – ein Thema der Grundlagenforschung – und Thermoelektrika – hier gibt es Anwendungsbezug. Dazu gekommen bin ich, wie meistens, durch eine Reihe von Zufällen. Dass ich mich aber seit nun schon etlichen Jahren weiter damit beschäftige, liegt daran, dass beide Gebiete extrem interessant sind und viel Neues entdeckt wird. Im ersten Gebiet untersuchen wir Quantenphasenübergänge in Schwere-Fermionen-Systemen und gehen so dem Phänomen der stark wechselwirkenden Elektronen und ihrer Tendenz zu Magnetismus und zur Supraleitung auf den Grund. Thermoelektrika können durch einen rein festkörperphysikalischen Effekt Temperaturunterschiede in elektrische Spannung umwandeln – ein Prozess der für die Rückgewinnung von Abwärme von großem Interesse ist. Hier erforschen wir die vielversprechende Klasse der thermoelektrischen Klathrate.

Was waren wichtige Ereignisse, Personen oder Gegebenheiten, die Ihren wissenschaftlichen/beruflichen Weg begleitet haben und Sie dazu geführt haben, was Sie heute machen?

Seit Beginn meines Physikstudiums habe ich den Umgang unter PhysikerInnen als sehr angenehm empfunden. Das hat mich (natürlich neben dem Interesse für die Physik) darin bestärkt, in diesem Gebiet zu bleiben – und ich bereue es nicht.

Glauben Sie, dass Ihr bisheriger Berufsweg beeinflusst wurde davon, dass Sie eine Frau sind? Was ist Ihnen aufgefallen?

In der Physik sind Frauen deutlich in der Minderzahl. Das schweisst aber die wenigen Physikerinnen oft besonders zusammen. Natürlich sind „role models“ besonders am Anfang auch wichtig. Während meiner Doktorarbeit an der ETH Lausanne hatten wir enge Kontakte zu Frankreich. Dort gibt es mehr Physikerinnen und ich konnte auch sehen, dass einige Beruf und Familie erfolgreich kombinieren.

Wie sehen Sie die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben in Ihrer Situation? Was unterstützt die Vereinbarkeit?

Es ist nicht einfach, oft sehr anstrengend, aber trotzdem unbedingt empfehlenswert! Statistisch haben „erfolgreiche“ Physiker meistens eine Familie – warum sollte das für erfolgreiche Physikerinnen nicht auch gelten? Mit kleinen Kindern braucht man Hilfe. Wir haben uns das immer privat organisiert, aber Unterstützung durch den Arbeitgeber ist sicher wünschenswert.

Haben Sie eine Empfehlung aufgrund Ihrer beruflichen Erfahrungen, die Sie weitergeben möchten?

An junge Frauen? – Traut euch zu machen, was euch interessiert. Zufriedenheit und Erfüllung im Beruf machen stark!


Interviewdatum: 15. Jänner 2015


Medienberichte/Pressetexte:

http://science.orf.at/stories/1700146/

http://lise.univie.ac.at/physikerinnen/aktuell/Paschen2.htm

https://www.fwf.ac.at/fileadmin/files/Dokumente/info-Magazin/Frau_in_der_Wissenschaft/buehler-paschen.pdf

http://futurezone.at/science/wie-elektronen-party-feiern/24.574.631

http://derstandard.at/1326504260964/Tanzende-Molekuele-und-ein-exotischer-Punkt

http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wissen/technologie/576367_Gefangene-Atome-koennen-Strom-aus-Waerme-erzeugen.html

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